Gefühle einer Neo-Mum. Aus Glück wird Angst wird Glück und zurück.

In meiner Umgebung wurden oder werden gerade einige ganz liebe Menschen zum ersten Mal Mama. Von einer Jungmutter erhielt ich den Input. «es ist wunderschön, aber auf das Schwierige hat mich niemand vorbereitet». @monah tweetete, sie sei ganz schön nervös so kurz vor der Geburt. Und ich kann beide Emotionen so gut nachfühlen.

Vor 4 ½ Jahren war es bei mir soweit. Da ich aufgrund Beckenlage einen geplanten Kaiserschnitt hatte, stand ich die Tage vor diesem Termin auch am leeren Bett und hatte keinen Plan, wie das wohl sein würde, wenn in ein paar Tagen das Bündeli Mensch darin liegen wird. Zurückblickend konnte ich darauf keine Emotion finden, die ich annähernd zu Rate ziehen konnte. Ich musste, wie wohl alle Neo-Mums, mich einfach darauf einlassen. Und ja, nichts bereitet einem darauf vor, was kommt.

Der Start ins neue Leben

Zuerst ist das Glück. Wow, da ist der Mensch, mein Kind. Hier liegt es im Bett, meinen Armen, ich kann es riechen, fühlen, drücken. Alles was ich vorher 9 Monate nur erahnen konnte. Haaach. Dieser Moment dauerte etwa 1h lang. Dann holte mich die Gefühls-Realität ein. Gezeichnet von der Sectio konnte ich nicht selber aufstehen und wenn ich es doch musste… mimimimimi. Ich konnte meine Kleine die ersten 3 Tage fast nicht selbst aus dem Bett heben. Dazu kamen Probleme beim Stillen und der berühmte Baby-Blues (ja, es gibt ihn wirklich und er ist überhaupt nicht lustig). Papa kam häufig zu Besuch, die Schwestern (danke Hirslanden Klinik) waren meist ganz lieb aber trotzdem gibt es diese „leeren“ Zeiten in denen ich in meine Armbeuge oder auf das Bettchen mit dem Baby starrte und nicht glauben konnte, dass ich von nun an eine lebenslange Beziehung habe und dieser Mensch zu  mir gehört. Zeitgleich mit der Liebe entstand eine Art Überforderung mit der Situation. Mache ich alles richtig? Was habe ich denn zu geben? Werde ich eine „gute“ Mutter sein? Was heisst das überhaupt….(ja, der Babyblues schwingt da auch mit).

Die Zeit im Spital, das schwierige Stillen, die Überforderung ja alles richtig zu machen hat mich viel an Energie gekostet. Als wir zu Hause ankamen mit dem Bündeli war das ein wunderschöner Moment aber er war auch genau so beängstigend. Zu warm, zu kalt, bequem? Klappt es hier mit dem Stillen, nimmt sie zu? Wann kommt die Hebamme??? Niemand und nichts kann einem auf das vorbereiten. Und falls es jemand probiert haben sollte, habe ich nicht zugehört.

Pure Hapiness in my arms

Lussmeitli (c) Sandra

Lussmeitli (c) Sandra

Dann sind da diese Momente, in denen die Sonne aufgeht. Das erste Mal einen Familienausflug, Bädele im Lavabo, kuscheln auf dem Sofa, Nähe spüren im Tragetuch, das erste Lachen, das Entdecken eines speziellen Muttermals. Und all diese Momente hören nie mehr auf, genau so wenig wie die andern. Ying/Yang. Keiner der Tage – auch nicht die schlechten – möchte ich missen.

Ihr Neo-Mums da draussen. Freut euch. Es ist berauschend aber auch extrem anstrengend, neu und überwältigend. Niemand macht alles richtig und irgendwie gibt es in der ganzen Arbeit gar kein richtig oder falsch. Nur ein was ich denke, fühle und spüre.