TEDxZurich. Résumé.

Während dem mein Handy sich an der Steckdose wieder auflädt, drücke ich das Letzte aus meiner Human-Batterie und versuche ich die vergangenen 10h in Worte zu fassen. Die TEDxZurich 2013 ist Geschichte. Schöne Geschichte. Der Tag war lang, spannend, inspirierend, interessant und sozial. Und noch vieles mehr.

Die Vorträge, Speaches

Vier Blöcke à 4 – 5 Speaches. Erstaunlich, wie lange die Aufmerksamkeit trotzdem anhalten kann, wenn die Redner witzig, unterhaltsam, inspirierend und überzeugend sind. Nicolas Perony startete mit einem Einblick in das soziale Verhalten in der Tierwelt und ich stellte fest  – auch wenn die Tierwelt nicht unbedingt mit der Menschenwelt verknüpft werden kann – gemeinsam ist man einfach besser dran, als alleine. Marily Nika beflügelte meinen Wunsch, meiner Tochter eine Code-Ausbildung zu ermöglichen, wenn sie denn mal lesen und schreiben kann und von Jan Friden lernte ich, dass mein Daumen der «King of the hand» ist. Lily Asquith musizierte gekonnt mit dem „Higgs Boson“-Teilchen. Der Ton war nicht umwerfend, aber die Tatsache, dass man das ganz spezielle etwas, was gar nicht hier sein will, per Ton hervorhebt und  unvergänglich macht, hat mich doch beeindruckt.

«The limits of my language mean the limits of my world» Ludwig Wittgenstein
(In the speach by Marily Nika)

Susy Moat untersucht «Big Data» und wie sich zukünftige Entwicklungen in «Real Life» daraus ableiten lassen, während dem Emmanuel Delamarche dank technologischem Fortschritt, Krebs besser identifizieren kann. Seine Maschine untersucht im milli-irgendwas-Bereich Krebszellen durch punktgenaues Hinsehen besser als herkömmliche Methoden, und kann so eine genauere (manchmal trotzdem traurige) Diagnose stellen.

Nachdem uns Mia Aegerter eine musikalische Auszeit bescherte, erheiterte Sean Dromgoole das Publikum und wurde zum Speaker of our heart mit Aussagen wie: «Marketeers are satans little helpers». Ich teile übrigens seine Sicht, dass das klassische Marketing heute nicht mehr zeitgemäss ist.

«The future of Marketing starts with a gift» Sean Dromgoole

Nach einer hervorragend gecaterten Mittagspause durch «not Guilty» (hmmmm, fresh salad & cookies!!) holte uns Gerd Gigerenzer in die Welt der Statistik, und der Tatsache, dass wir alle Risiko-Analphabeten sind. Wir haben Angst vor Dingen, die nie oder seeeeehr unwahrscheinlich eintreten. So schlagen Terroristen immer zwei mal zu. Beim Anschlag und wenn sie die Angst in unsere Köpfe pflanzen und wir anstatt das Flugzeug das Auto nehmen, obwohl eine Autofahrt – statistisch gesehen – x-fach gefährlicher ist.

Take the risk to fail. It is more relaxing, then to search for the perfekt way to do something. Gerd Gigerenzer

Miki Adderley inspirierte mit ihrer erfrischenden Art, ihren innersten Wunsch durch erzählen und Umsetzen wahr werden zu lassen. Youngster Michael Moor polarisierte in seiner Rede zum Thema «Impact through Rationality» mit eindeutigen Statements dazu, wie wir non-human-animals behandeln. Judith Simon wiederum zeigte auf, wie Dinge unsere Leben bestimmen (oder war es umgekehrt?). Roboy stahl Rolf Pfeifer die Show mit seiner natürlichen artificial Ausstrahlung (Danke fürs Video, @monah) und Marco Gercke bescherte uns eine Folge CSI Zurich und hinterfragte, ob wir jede mögliche technische Spielerei haben bzw. einsetzen müssen, nur weil sie erhältlich ist. Rodrigo Botter Maio & Sohn entführte uns mit jazzig-brasilianischen Klängen bevor Ankita Makwana ihren Weg zum Bollywood-Star aufzeigte. Den Abschluss machte Ian Livingston, UK-Games-Gründervater mit seiner Speach rund um das Gamen und was wir beim Spielen lernen können und lernen sollten.

Foto by @Fabijen Game Skills = Live Skills

Foto by @Fabijen Game Skills = Live Skills

«Live is a game.» Ian Livingston

Die Menschen. Zwischen den Zeilen.

Und wie erwartet, habe ich so viele tolle Menschen getroffen. Ich habe mich ausgetauscht über die Vorträge, Inhalte, darüber was ich mache und wie das Leben als Mama so sein kann. Gemeinsam hinterfragten wir das heutige Bildungswesen (schon wieder), dachten über Outfits und ihre Bedeutung auf der Bühne nach, befürworteten oder verteufelten das Gamen wegen des schlechten Frauenbildes, lachten mit Menschen und lasen Tweets. Ich schloss auch mal für ein paar Minuten meine Augen, für ein bisschen Ruhe.

Ich danke allen für den tollen Austausch, die positiven Gefühle und guten Vibes. Ganz speziell dem grossartigen TEDxZurich-Team, welches einen tollen Anlass auf die Beine stellte. Hopefully to the next year!

Die Speaches werden (hoffentlich) in den nächsten Tagen auf www.tedxzurich.com aufgeschaltet. Bilder der Veranstaltung findet ihr unter http://event.nzz.ch/event/photos/id/211.